Wie geht es dir? Über die mentale Gesundheit wird oft viel zu wenig gesprochen. Wir sprechen mit Katrin Skala, Chefärztin vom Psychosozialen Dienst Wien, über aktuelle Entwicklungen bei jungen Menschen. Dabei wollen wir auch wissen, was mensch tun kann, wenn einem etwas bei sich selbst oder bei einem:r Freund:in auffällt.
Anlaufstellen:
- Sorgenhotline Wien: 01 4000 53000
- Notdienst Wien: 01 31330 (24/7 erreichbar)
Aktuelle Studien zum Thema
Umfragen und Studien zeigen, dass viele Jugendliche unter Stress, Leistungsdruck, Zukunftsängsten und psychischen Symptomen leiden. Rund die Hälfte der jungen Menschen berichtet über eine unzufriedene psychische Gesundheit. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen schulischer Druck, Zukunftsängste, soziale Unsicherheiten und negative Online-Erfahrungen. Dies bestätigen die Ö3-Jugendstudie und die Beratungszahlen von Rat auf Draht.
Ein zentrales Ergebnis der Mental-Health-Studien ist, dass soziale Medien und digitale Vergleiche das Wohlbefinden negativ beeinflussen. Jugendliche, die mehrere Stunden täglich auf Social-Media-Plattformen aktiv sind, berichten häufiger von Unzufriedenheit und psychischen Stresssymptomen.
Aktuelle Erhebungen zeigen zudem, dass hoher Perfektionsdruck und erschwerte Lebensbedingungen den Alltag vieler junger Menschen prägen. In Dialogprojekten gaben viele Beteiligte an, sich regelmäßig so zu fühlen, als hätten sie wenig Kontrolle über ihr Leben. Knapp 70 % berichteten kürzlich von Tagen mit Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit.
- Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
- ORF „Social Media verringern Zufriedenheit Jugendlicher“
- Psychische Belastung im Alltag bei Jugend am Vormarsch
Neue Initiativen
Österreichische Behörden starteten 2025 mehrere Maßnahmen. Das Sozialministerium verlängerte das Unterstützungsprogramm „Gesund aus der Krise“, das kostenfreie psychologische und therapeutische Angebote für bis zu 30.000 Kinder und Jugendliche bietet. Im November fand die erste große Vernetzungstagung „ABC der psychosozialen Gesundheit junger Menschen“ statt, um Akteur:innen aus ganz Österreich zusammenzubringen.
Die „Mental Health Days“ sind eine etablierte zivilgesellschaftliche Initiative, die in Schulen interaktive Workshops zu Stress, Mobbing, Selbstwert und digitalen Einflüssen anbietet. Mehr als 14.000 Jugendliche nahmen daran teil. Ergänzend stärkt das EU-geförderte MEET-Programm die mentale Gesundheitsförderung besonders für benachteiligte Jugendliche in formalen und informellen Lernkontexten.
